Immobilienfinanzierung - Zinsentwicklung bei steigenden Leitzinsen
Wer in den
letzten zwei bis drei Jahren eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen
hat, durfte sich freuen – die zurückliegende Finanz- und Bankenkrise
hatte für ein historisch niedriges Zinsniveau gesorgt. So konnte man
eine Baufinanzierung zeitweise schon zu einem Zins zwischen zwei und
drei Prozent bekommen – eine Größenordnung, die noch vor fünf
Jahren schlicht undenkbar gewesen wäre.
Ein solch günstiges Zinsniveau wird maßgeblich durch politische Maßnahmen
gesteuert. Die Europäische Zentralbank als Hüter der Preis- und Währungsstabilität
hatte zuvor die Leitzinsen gesenkt, wodurch auch die Zinsen
für Kredite und Darlehen günstiger werden. Doch einige der Euroländer
scheinen aus der letzten Wirtschaftskrise durchaus gestärkt
hervorgegangen zu sein. So darf sich Deutschland mit einigen
angrenzenden Ländern derzeit rühmen, wieder auf dem Vormarsch zu sein.
So positiv sich ein weitreichendes Wirtschaftswachstum aber auf die
Arbeitslosenzahlen und den allgemeinen Konsum auswirkt, so negativ sind
die Konsequenzen für das Preisniveau – eine boomende Konjunktur führt
immer zur steigenden Preisen und damit zu der gefürchteten
Geldentwertung, der Inflation. Sie sorgt dafür, dass man in einem Jahr
für 50 Euro weniger einkaufen kann als heute. Dem Anstieg des
Preisniveaus kann die Europäische Zentralbank gemeinsam mit den
nationalen Notenbanken nur entgegenwirken, indem sie die Leitzinsen erhöht
und somit Kredite aller Art verteuert. Diese Leitzinserhöhung wurde von
Seiten der Europäischen Zentralbank Ende März 2011 durchgeführt.
Entsprechend liegt für alle diejenigen, die in diesen Wochen eine Baufinanzierung
aufnehmen möchten, die Frage auf der Hand, ob man jetzt finanzieren
oder noch warten soll. Gleichzeitig gilt es, sich hinsichtlich der Dauer
der Zinsbindung zu entscheiden.
Obwohl erste Geschäftsbanken ihre Zinsen bereits leicht erhöht haben,
befinden sich die Kosten für Verbraucherkredite und
Immobilienfinanzierungen derzeit immer noch auf einem sehr niedrigen
Stand. Bis sich erhöhte Leitzinsen der Europäischen Zentralbank flächendeckend
und im großen Stil auf die Geschäftsbanken auswirken und diese ihre
Kreditkosten maßgeblich erhöhen, vergehen meist einige Wochen. Schon
deshalb ist es nicht zu empfehlen, mit einer geplanten Finanzierung noch
länger zu warten. Sinkende Zinsen dürften in der nächsten Zeit nicht
zu erwarten sein, und schon deshalb besteht kein Grund, eine anstehende
Finanzierung noch länger hinaus zu zögern. Dies gilt besonders vor dem
Hintergrund, dass in den nächsten 12 Monaten eher mit weiter
ansteigenden Leitzinsen zu rechnen ist.
Das immer noch niedrige Zinsniveau spricht auch für eine möglichst
lange Zinsbindungsfrist. Damit hat der Darlehensnehmer die Chance, noch
lange von niedrigen Zinsen zu profitieren – eine Chance, die es zu
nutzen gilt, bevor die Kreditkosten weiter steigen. Ähnliche Artikel:
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